„Wenn“, „und“ und „aber“: Shakespeare mit drei Wörtern verstehen – mit Michael Witmore
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Wissenswertes: Der 23. April ist Shakespeares Geburtstag!
Im Jahr 1623 veröffentlichten zwei Freunde Shakespeares 36 seiner Stücke in einem Band, der als „First Folio“ bekannt wurde. Dieses posthum erschienene, bemerkenswerte Buch präsentiert Shakespeares Werke als zeitlose Sammlung und unterteilt sie in drei Gruppen: Komödien, Historien und Tragödien. Für alle, die sich für computergestützte Ansätze in der Literaturwissenschaft und Textkorpora interessieren, ist diese Klassifizierung ein wahrer Gewinn. John Heminges und Henry Condell, die die Einteilung vornahmen, waren Experten auf ihrem Gebiet: Sie waren Schauspieler und kannten Shakespeare bestens. Betrachtet man diese Einteilung als historische Grundlage, so lässt sie sich mit wenigen Merkmalen beinahe trivial reproduzieren. In seinem Vortrag beschreibt Michael Witmore kurz, wie sich anhand der drei häufig verwendeten Wörter „wenn“, „und“ und „aber“ zwei der drei Stücktypen identifizieren lassen. Dies verdeutlicht die Zwänge, die Shakespeare dazu veranlassten, bestimmte Muster in seinen Komödien und Historien zu wiederholen. Der Vortrag wird zu weiterführenden Fragen darüber führen, was in den Geisteswissenschaften als Wissen gilt. Anmeldung erforderlich.
Über Michael Witmore
Michael Witmore, seit 2024 Einwohner von Longmont, ist Shakespeare- und Rhetorikwissenschaftler, Digital Humanist und ehemaliger Direktor einer Bibliothek und Kulturinstitution. Von 2011 bis Juni 2024 leitete er die Folger Shakespeare Library in Washington, D.C., wo er ein vierjähriges Renovierungsprojekt im Wert von 81.5 Millionen US-Dollar konzipierte und abschloss. Aktuell berät er zu digitaler Archivierung und kultureller Zugänglichkeit.